Gesund & lecker

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19.08.2016

Ein altes Heilmittel der Indianer

Preiselbeeren führten bis vor wenigen Jahren in Mitteleuropa ein Schattendasein. Ausser als Beilage zu Wildgerichten, waren die roten, für den Frischkonsum eher zu säuerlichen Wildbeeren, wenig bekannt und beliebt. Dies änderte sich mit dem Bekanntwerden der hohen Gehalte an antioxidativ wirkenden Inhaltsstoffen in den roten Herbstbeeren. Zeitgleich wurden die vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten für Kulturpreiselbeeren, wie sie in den USA seit langem bekannt waren, auch in Mitteleuropa übernommen und führten zu einem vielseitigen Angebot von Produkten aus und mit Preiselbeeren. Frische Preiselbeeren selbst im Garten anzubauen ist deshalb eine gute Möglichkeit sich selbst und der Familie Gutes zu tun.

Unter der deutschen Bezeichnung ‚Preiselbeere‘ werden zwei botanische Arten grosszügig zusammengefasst. Zum einen die heimische kleinfruchtige Wildpreiselbeere aus Europa Vaccinium vitis-idaea und zum anderen die grossfruchtige Kulturpreiselbeere Vaccinium macrocarpon, die aus den Moorgebieten im Osten der USA stammt. Dort werden die Kulturpreiselbeeren aufgrund ihrer Blütenform, die an die Kopfform des Vogels Kranich erinnert, auch ‚Cranberry‘ genannt. Cranberries aus der Familie der Heidekrautgewächse sind vielseitig verwendbare und dabei robuste, unempfindliche Pflanzen, wenn sie geeignete Bodenverhältnisse vorfinden. Auf humosem, sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6,5 (Moorbeeterde) und ausreichender Feuchte bilden sie schnell dichte Teppiche mit bis zu 1,5 m langen Ausläufern. Sonnige oder im lichten Schatten liegende Standorte garantieren einen guten Blütenansatz und die volle, frühe Ausreife der Beeren. So sind Cranberries z.B. ideal als Unterpflanzung von Rhododendren und Heidelbeeren geeignet.

Zu jeder Jahreszeit bieten Kulturpreiselbeeren einen farbenfrohen, interessanten Anblick. Nach dem auffälligen hellgrünen Austrieb im Frühjahr, schmücken zahlreiche rosa- weisse selbstfruchtbare Blüten im Juni/Juli die Pflanzen. Ab September färben sich die ca. 15-20 mm grossen Beerenfrüchte zunehmend dunkelrot und bilden einen schönen Kontrast mit dem dunkelgrünen, später auch rötlich gefärbten Laub. So eignen sich die Pflanzen nicht nur als pflegeleichter Bodendecker (6-8 Pfl./ m2 sind ausreichend), zur Bepflanzung von Beeten und Böschungen, sondern können in saures Substrat gepflanzt auch in Trögen, Balkonkästen und Ampeln verwendet werden.

Kulturpreiselbeeren werden aber nicht nur aufgrund ihres schmucken Aussehens, sondern besonders wegen ihres mehrfachen Gesundheitswertes geschätzt. Sie enthalten z.B. antibakterielle Inhaltsstoffe, die täglich angewendet, hervorragende vorbeugende und heilende Wirkung auf Nieren-, Blasen und Harnwegsentzündungen zeigen. Ein hoher Gehalt an Mineralstoffen fördert zusätzlich die Verdauung. Bei den Indianern wurden Kulturpreiselbeeren sogar zur Wunddesinfektion verwendet oder Lebensmitteln als “Konservierungsstoff” zur Verlängerung ihrer Haltbarkeit beigefügt.

Die dunkelrot gefärbten Früchte von Preiselbeeren enthalten zudem hohe Gehalte an Vitamin C und anderen antioxidativen Substanzen wie die als Radikalenfänger wirkenden Farbstoffe Polyphenole, z.B. Quercetin. Somit kann mit dem Verzehr von Preiselbeeren im Körper eine Vielzahl von positiven Abläufen, die tumorhemmend, antibakteriell oder entzündungshemmend sind, explizit gefördert werden. Da Kulturpreiselbeeren ausserdem hohe Anteile an Benzoe- und Sorbinsäure besitzen, wirken sie konservierend und können frisch über Monate aufbewahrt werden. Kulturpreiselbeeren mit dem herben, süss- säuerlichen Aroma sind sehr gut als Zutat in Gebäck oder Kuchen geeignet oder auch getrocknet als kleiner Snack zwischendurch. In der konzentrierten Form, d.h. zu Mus, Saft oder in Konserven verarbeitet, sind Cranberries jederzeit zum Verzehr empfehlenswert und sollten immer mal wieder im Speiseplan eingeplant werden. Äusserst gute Wirkung auf den Organismus haben auch zeitweise durchgeführte Trinkkuren mit Preiselbeersaft (ca.2-3 Wochen am Stück).

Die bei Häberli erhältliche Sorte RED STAR bildet in kurzer Zeit dichte Pflanzenteppiche. Sie zeichnet sich durch ihre grossen Früchte aus, die nach kurzer Reifeperiode zuverlässig ausreifen. Wie auch andere Cranberrysorten ist RED STAR absolut winterhart und kann in Höhenlagen gepflanzt werden. Mit der Anlage eines kleinen Cranberrybeetes im eigenen Garten, stehen Ihnen die gesundheitsfördernden Beeren jederzeit zur vielfältigen Verwendung zur Verfügung.