Kulturanleitung Säulenobst

Pflanzzeit 
Pflanzen im Container das ganze Jahr in frostfreien Boden.

1. Kultur im Garten

Standort 
Sonnig. Optimal ist ein gut durchlässiger, humoser Boden. 
 
Pflanzabstand/Pflanzung 
Pflanzung in Reihen, Gruppen oder einzeln. Äpfel: in der Reihe 0,50 m; Birne, Brombeere und Säulensteinobst 1 – 1,20 m, Johannisbeere 0,80 – 1 m.
 
Zum Pflanzen den Topf entfernen und den Wurzelballen im untersten Bereich auseinander ziehen. Baumobst:  Die Veredelungsstelle sollte ca. 8 –10 cm über dem ­Boden stehen; senkrechte Stammausrichtung über­prüfen. Zur besseren Befruchtung verschiedene Sorten pflanzen. 

2. Kultur im Topf 

Sofort oder spätestens im folgenden Herbst in einen grösseren Behälter umpflanzen. Ideal sind Gefässe von mind. 30 Liter Erdinhalt. Pflanzerde verwenden. Regelmässig giessen, auch im Winter nicht austrocknen lassen. Im Frühjahr und Sommer (bis Mitte August) flüssig übers Giesswasser düngen oder im Frühjahr Langzeitdünger verwenden.
 
Düngung 
Jährlich im März / April ca. 60 g / m2 Obstvolldünger gleichmässig um den Baum verteilen. 

Schnitt und Pflege
Säulenobstbäume erreichen im Topf eine Höhe von 2,5 – 3 m, ausgepflanzt im Garten bis zu 4 m. Mittelachse fördern, in den ersten Jahren möglichst nicht anschneiden. 
 
Säulenäpfel: Der speziell aufrechte Wuchs erfordert praktisch keinen Schnitt. Allfällig auftretende Seitentriebe auf ca. 3 cm (2 Augen) zurückschneiden. Nach dem sog. Junifruchtfall zu dichten Fruchtbehang ausdünnen. Sonst kommen die Bäume in Alternanz (Blüten und Früchte nur jedes 2. Jahr).
 
Säulensteinobst: Sich bildende Seitentriebe ab Ende Juni immer wieder auf ca. 40 cm einkürzen. So bleibt der Mit­teltrieb dominant und die schmale Wuchsform erhalten.

Säulensteinobst Schnittanleitung
Säulensteinobst 1-jährig
Schnittanleitung Säulensteinobst
  • 1-jährige Veredelungen (= 1 Hauptrieb) beim Pflanzen auf ca. 1 m anschneiden.
  • Später den obersten Austrieb an einem Stab oder Pfahl befestigen. Er bildet die Verlängerung der Mitte.
  • Falls sich zu wenig oder keine Seitentriebe gebildet haben, die Mitte im Folgejahr nochmals etwa 30-40 cm über dem letzten Anschnitt bzw. Seitentrieb anschneiden.
  • Starke Seitentriebe (Konkurrenztriebe) an der Spitze direkt an der Mitte entfernen.
  • Seitentriebe in der 2. Junihälfte einkürzen und im Laufe des Sommers öfters pinzieren (Spitze entfernen). Seitentriebe im unteren Bereich können ca. 30 cm lang sein, im oberen Bereich 10-15 cm.
  • Wenn die Säulen ab dem 5./6. Jahr zu hoch werden, nach der Ernte den Mitteltrieb auf der gewünschten Höhe über einem Seitentrieb abschneiden („ableiten“).
SAFIRA wächst mehrtriebig von unten mit steilaufrechtem Wuchs. Bei zu dichtem Wuchs auslichten.
OBELISK, Decora und ALICE COL
werden beim Winterschnitt nur leicht ausgelichtet.
 
Säulenbeerenobst
Brombeere: Die «Säule» besteht aus 2 – 4 Trieben, die man locker an einem Stab aufbindet. Maximal 1,80 m Höhe. Im August die jungen Triebe, die nächstes Jahr tragen, auf maximal 5 reduzieren und deren Seitentriebe auf ca. 10 cm zurückschneiden. Nach der Ernte die abgetragenen Triebe bodeneben abschneiden und die Jungtriebe locker zusammenbinden. Im Frühjahr auf 2 – 4 gesunde Triebe reduzieren.
 
Johannisbeere: Die «Säule» bildet sich aus 1 bis 3 wüchsigen Bodentrieben bis ca. 1,60 m Höhe, die man an einem Stab locker fixiert. Die schönsten Trauben und Beeren entwickeln sich an 1jährigen mittelstarken Seitentrieben (Fruchtholz), die man ca. 20 bis 30 cm lang werden lässt und möglichst flach stellt. Maximal 6 – 8 Seitentriebe pro Bodentrieb.
 
Beim alljährlichen Winterschnitt wird alles 2jährige Fruchtholz, das bereits einmal Früchte getragen hat auf einen «Zapfen» (ca. 1,5 cm) am Haupttrieb zurückgeschnitten. Aus solchen Zapfen entwickeln sich im folgenden Jahr wiederum Neutriebe.
 
Die Bodentriebe werden alle 4 – 5 Jahre durch neue Bodentriebe ersetzt (folgernd). Diese Jungtriebe bindet man senkrecht auf, damit sie möglichst schnell die Höhe erreichen. Säulenjohannisbeeren benötigen für das starke Rutenwachstum eine angepasste Düngung (vor allem Stickstoff) zu Vegetationsbeginn und während der Blüte mit Beerendünger.
 
Arguta-Beerenkiwi: Aus 3 Stäben (Durchmesser mind. 2,5 cm) «Pyramide» formen, am oberen Ende zusammenbinden. Maximale Höhe 2 m. Die «Säule» besteht aus 3 – 6 Bodentrieben, die man locker an die Stäbe bindet, 1– 2 pro Stab; ein Winden vermeiden. Im 2. Jahr bilden sich an den Bodentrieben Seitentriebe. Diese im Sommer auf ca. 20 cm zurückschneiden. Daraus bilden sich im 3. Jahr Neutriebe, die an der Basis Blüten und Früchte bilden. Beim Sommerschnitt diese Triebe auf ca. 8 Blätter nach den Früchten einkürzen. Beim alljährlichen Winterschnitt werden alle Seitentriebe, die bereits einmal Früchte getragen haben, auf 3 – 5 Augen zurückgeschnitten. Daraus entwickelt sich im folgenden Jahr wieder Fruchtholz. Die Bodentriebe werden alle 6 – 7 Jahre durch neue Bodentriebe (oder bodennahe Seitentriebe) ersetzt (folgernd). Diese Jungtriebe bindet man möglichst senkrecht auf (ohne Schlingen).
 
Pflanzenschutz 
Säulenapfel- und -birnbäume und Beerenobst sind sehr robust gegen Pilzbefall. Alle anderen Sorten bei feuchter Witterung mit geeigneten Fungiziden behandeln.